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Liebe Mitglieder, Freund*innen und Förder*innen von „Kompetenz gegen Brustkrebs“!

 

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Anknüpfend an das Thema des letzten Freudeprojektes, begegnete mir am Sonntagmorgen im WDR 3-Radio eine Sendung über künstlerisch tätige Persönlichkeiten, in deren Biografie es so manch einschneidendes Ereignis gegeben hat.

 

Berichtet wurde unter anderem über den 1887 geborenen österreichischen Pianisten Paul Wittgenstein, dessen rechter Arm im 1. Weltkrieg amputiert werden musste. Er diente bis zum Kriegsende als Soldat weiter und er beschloss trotz des Verlustes des Armes seine Karriere als Pianist fortzusetzen. Er demonstriert uns eine eigene Version von Kontinuität, Anpassung und Wandlung.

 

Er studierte neue Stücke ein, die sein alter Lehrer Ludwig Labor, der selbst blind war, für ihn geschrieben hatte. Er arrangierte zum einen bestehende Kompositionen für seine Bedürfnisse um oder vergab Auftragskompositionen für die linke Hand. Eines davon ist das „Concerto für die linke Hand“ von Maurice Ravel, hier von Wittgenstein selbst gespielt: https://youtu.be/tSxcXdXqLvA

 

Eine neuere Version gespielt von Elena Gurevich: https://youtu.be/YTjsK9r9boM. Eine weitere Komposition „Klavierkonzert für die linke Hand“ stammt von Erich Wolfgang Korngold: https://youtu.be/bGulyl8bzgQ

 

Wie viele andere, musste auch Wittgenstein seine Heimat Österreich nach deren Annexion durch Nazideutschland verlassen und emigrierte 1938 in die USA, wo er an verschiedenen Konservatorien lehrte. Er starb 1961.

 

Außerdem habe ich noch einige Texte für Sie, die ebenfalls mit Anpassung und deren Aspekten zu tun haben. Kontinuität und Wandlung …

 

Kontinuität - Wandlung

sich verändern

und doch

dieselben bleiben

sich entfernen

und doch

erreichbar bleiben

sich lösen

und doch

verbunden bleiben

sich erneuern

und doch

die alten bleiben

  © Gisela Baltes (www.impulstexte.de)

 

 

Meine Seele hat es eilig

 

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt,

dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.

Ich fühle mich wie dieses Kind,

das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat:

Die ersten isst es mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, beginnt es sie wirklich zu genießen.

 

Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen,

bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.

Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen,

die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.

Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeit zu kämpfen.

 

Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren. Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.

Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen,

um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.

Meine Zeit ist zu kurz, um Überschriften zu diskutieren.

Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile.

Ohne viele Süßigkeiten in der Packung.

 

Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind.

Menschen, die über ihre Fehler lachen können,

die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden.

Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen.

Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten.

Es ist das, was das Leben lebenswert macht.

Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen,

die Herzen anderer zu berühren.

Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten,

durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.

 

Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben,

die nur die Reife geben kann.

Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden.

Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden als die, die ich bereits gegessen habe. Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen,

in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.

Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.

 

Mario de Andrade (San Paolo 1893-1945)

 

 

Inmitten sein

 

Wenn wir kleine Kinder sind,

sind wir inmitten unserer Seele,

unseres Seins.

 

Beim Heranwachsen erfahren wir,

daß es ein Leben gibt,

das auch im Äußeren stattfindet.

 

Wir werden beurteilt und reflektieren dies.

Unsere Aufmerksamkeit muss sich teilen

und wir finden uns nun auch inmitten des Außens.

 

Als Erwachsene sind wir inmitten von vielem.

Von Werdegang, von Verantwortung und Verpflichtung,

vom Streben nach dem Glück und der Vermeidung von Leid.

Inmitten von Lachen, Weinen und dem Alltäglichen,

dem prallen Dasein der Welt, die uns umgibt.

 

Und doch sehnen wir uns für manchen kleinen Moment zum

„Inmitten uns selbst sein“ zurück - es ist ganz zart noch spürbar.

 

Wir bleiben die eine Person aus der täglich eine andere hervortritt und so dürfen wir spüren, daß wir immer inmitten allen derer sind, die wir einst waren, auf dem Weg zu werden, die wir dereinst sein dürfen, wollen und können.

Jeden Tag ein neuer Mensch, inmitten des eigenen Lebens.

 

Claudia Simon

 

Bleiben Sie, fröhlich, gesund, gelassen und seien Sie in herzlicher Verbundenheit und freundschaftlich gegrüßt vom gesamten Vorstandsteam von „Kompetenz gegen Brustkrebs“!

 

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