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Unsere Freude-Projekte

 

Liebe Mitglieder, Freund*innen und Förder*innen von „Kompetenz gegen Brustkrebs“!

 

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Vor Kurzem war ich zu einer Praxiseröffnung eingeladen. Ich war mir sicher, dort würde ich niemanden kennen. Nun bin ich nicht besonders kontaktscheu, aber die Gespräche in solch ganz unbekannten Gesellschaften machen mir manchmal etwas zu schaffen. Ich finde das, was wir gemeinhin als „Smalltalk“ bezeichnen oft, in seiner fortdauernden Banalität, schlichtweg wahnsinnig langweilig. Verstehen Sie mich nicht falsch, mit was sollen Gespräche beginnen außer mit Themen, zu denen möglichst viele etwas beizutragen haben, also mit „Smalltalk“? Wenn es dann aber ausschließlich dabei bleibt und sich, wenn überhaupt nur die „Überschrift“ ändert, ist mein Interesse schnell erloschen.

 

Aber diese Praxiseröffnung hatte eine andere Qualität. Die Praxisinhaberin berichtete in der folgenden Woche Urlaub zu haben und die freie Zeit teilweise für die Aufräumarbeiten in ihrem Arbeitszimmer nutzen zu wollen. Ein kleiner allgemeiner Exkurs aller am Tisch Sitzenden über die Wohltat „etwas in Ordnung zu bringen“ und aus der überfließenden Menge an Besitztümern hin und wieder nicht mehr benötigtes Material von Keller und Speicher zu entfernen, wurde abgelöst durch den Bericht meiner Sitznachbarin, die in der Flut im Ahrtal alles, wirklich alles Materielle in ihrem Leben verloren hat. Unpathetisch, aber so dass in den Köpfen der Zuhörer bildhafte Vorstellungen von ihrem Erlebten entstehen konnten, berichtete sie und hat uns mitgenommen in ihr Leben. Sie hat uns alle tief berührt und wir haben uns berühren lassen. Keine peinliche Berührung, die uns schnell das Thema wechseln ließ, sondern ein authentisches, menschliches Mitempfinden, das Raum für weiteren Austausch bot.

 

Zuweilen habe ich den Eindruck, dass wir verlernen uns einander allzu schnell zu öffnen und Offenheit aushalten zu können. Wir zeigen uns häufig unsere „Hochglanz-Oberflächen“ und stellen, das was wir zeigen wollen über äußerliche erkennbare Merkmale, die Werte repräsentieren, dar, sehnen uns aber im Inneren vielleicht eher nach der Annahme und Wertschätzung unserer inneren Schätze oder auch vermeintlichen Unzulänglichkeiten. Wie können wir aber ohne offene und nährende Gespräche erwarten, authentische und erfüllende Beziehungen zu knüpfen, die uns stärken und unsere Herzen gegenseitig erwärmen?

 

Gerade unserer regelmäßigen „Cafe-Gespräche“ in den Vereinsräumen, sind für die wertschätzende, offene und bereichernde Gesprächskultur immer wieder ein gutes Beispiel. Sie sind herzlich eingeladen!

 

Dieser wundervolle Text zum „Segen der Berührbarkeit“ von Giannina Wedde, wurde uns zur Veröffentlichung im Rahmen des „Freudeprojektes“ freundlicherweise vom Verlag „Vier Türme GmbH“ zur Verfügung gestellt.

 

Bleiben Sie in diesem Sinne berührbar, fröhlich, gesund und gelassen und seien Sie in herzlicher Verbundenheit gegrüßt vom gesamten Vorstandsteam von „Kompetenz gegen Brustkrebs“.

 

Der Segen der Berührbarkeit

 

Manchmal, wenn wir unsere Deckung vergessen,

wenn wir es versäumen, die Macht zu ergreifen

über unser Sprechen,

über die nächste Geste unserer Hände,

über den Weg, den eine Begegnung einschlägt,

bricht etwas aus uns hervor.

Ein Wort, so rein wie frisch gefallener Schnee.

Eine Berührung, so nährend wie Mütterlichkeit.

Eine Verbindung, so tief wie Zeitlosigkeit.

Der Segen offener Weite schenkt sich

mitten hinein in unseren Ort ohne Verteidigung.

Wir sollten viel öfter unvorbereitet sein,

überrascht von der Gutheit in uns, die atmen will,

überwältigt vom Fließen der Dinge, die wir nicht zwingen.

Wir sollten viel öfter den Segen der Berührbarkeit

über uns sprechen,

uns anvertrauen

dem tief in uns wohnenden Licht der Verwandlung.

Giannina Wedde, In deiner Weite lass mich Atem holen (c) Vier-Türme GmbH, Verlag, Münsterschwarzach, 2018

 

 

 

 

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